Am 19. Oktober ging es in Tallinn endlich los, nach einem Fototermin am Meer fuhr ich aus der Stadt heraus, dafür brauchte ich in etwa eine Stunde.

Leider hatte ich bereits nach etwa 15km meinen ersten Platten. Die Dichtmilch hat das Loch nicht mehr dicht bekommen und ich musste einen Schlauch einbauen. Das hat ganz gut funktioniert, ist aber eine ziemliche Sauerei. Nach etwa einer halben Stunde fuhr ich nach weiter in Richtung Süden.
Das Wetter war super, es war zwar sehr kalt, aber der Himmel war blau uns es ging kaum Wind, wenn das auf der ganzen Fahrt so wäre, wären das natürlich perfekte Bedingungen.

Leider hatte ich nach etwa 70km erneut einen Platten, aber ich habe ja Flickzeug, dachte ich. Leider habe ich den Schlauch, der total mit Dichtmilch verdreckt war nicht geflickt bekommen. Einen weiteren Schlauch hatte ich leider nicht mehr und ich hatte schon die Radschuhe aus- und meine Laufschuhe angezogen um irgendwie zum nächsten Bahnhof zukommen. Ich hatte dann vor nach Tallinn zurück zu fahren, dort ein wenig Urlaub zu machen und dann nach Hamburg mit dem Bus zu reisen, ich hatte wirklich keine Lust mehr!

Ihr müsst dazu wissen, dass mein ursprünglicher Plan ein ganz anderer war: Eigentlich wollte ich gegen Ende August die Tour starten und nach Gibraltar fahren, das in etwa in 25-35 Tagen. Urlaub hatte ich genug übrig und notfalls hätte ich welchen gekauft und die Tage wären eben so noch lang genug gewesen aus vielerlei Gründen kam ich aber erst viel später los und als ich nun Mitte Oktober startete, sagte ich zu meiner Freundin, dass ich eigentlich auf diese Tour überhaupt keine Lust habe, ich war total demotiviert und es war nass, dunkel, kalt und windig; Herbst halt. Eigentlich kam mir der Abbruch ganz recht, dachte ich aber dann…
Wie es dann der Zufall so will, kam ein anderer Radreisender vorbei, hielt an und fragte was denn los sei. Ich erklärte ihm die Misere und er gab mir einen Schlauch, den ich natürlich dankbar annahm. Ich baute auch gleich den Ersatzmantel ein und das hat dann sehr gut funktioniert und bis Hamburg gehalten, Juhu!
So konnte ich meine Reise fortsetzen, von Abbruch war nun auch keine Rede mehr.
Landschaftlich war es sehr schön dort oben, sehr flach, kleine Wäldchen und wenige Häuser.
Nach 154 kam ich dann in Pärnu, einer kleinen Stadt an der Ostsee an und checkte im Hotel ein. Das Hotel hatte ich gegen Mittag gebucht und es war recht ordentlich und kostete inklusive Frühstück nur 38€, ein Schnäppchen.
Tagesleistung:
| Distanz | Zeit (netto) | Höhenmeter |
| 155 | 6:24 | 317 |